Ein Jahr im Streif Haus

An dieser Stelle möchten wir ein kleines Fazit über unser Streif Haus ziehen, nach dem wir jetzt im September 2017 über ein Jahr im Haus gelebt haben.

Als erstes möchten wir sagen, dass das Leben im Haus mit einem schönen Grundstück ein großes Stück mehr Lebensqualität bedeutet. Bei warmen Wetter auf der Terrasse zu frühstücken oder auch an schönen Sommerabenden mit Freunden draußen zu sitzen, ist ein Gefühl von Urlaub zu Hause.

Unsere Tochter liebt ihr Spielhaus und mit ihren Freunden gibt es viel frische Luft beim Spielen. Ab Ende Mai ist der Pool warm genug und spätestens dann bekommt das iPad keine Aufmerksamkeit mehr 🙂

 

Wenn sich die einzelnen Bauabschnitte sicherlich wie ein Bilderbuch für ein Hausbauer lesen, gab und gibt es aber doch einige Umstände, die wohl nicht noch mal zur Wahl für ein Streif Haus führen würden.

Zum Haus selbst oder besser zur Firma Streif sieht die Welt heute nämlich etwas differenzierter aus. Es gab in den letzten Monaten einige Mängel, die wir anzeigen mussten. 

1.Mangel:

Uns war generell klar, dass es nach kurzer Zeit Setzrisse in den Ecken geben würde. Wir waren darauf vorbereitet und daher ist es wohl normal und nicht weiter problematisch. Da werden wir in diesem Winter mal einen Handwerker kommen lassen, der die Ecken wieder schick macht.

Was allerdings nicht passieren sollte, dass sich die montierten Deckenplatten bewegen und sich dadurch der Malerflies an den Übergängen von der Wand oder Decke löst. Das sieht wirklich sehr unschön aus und musste vom Kundendienst relativ aufwendig neu aufgemacht und wieder verspachtelt werden.

Apropos Kundendienst! Wenn irgendeine Abteilung bei Streif unterbesetzt ist, dann ist es der Kundendienst. Es kann immer mal was passieren und das ist auch kein Problem, wenn man verstanden wird und sich jemand in kurzer Zeit darum kümmert. „In kurzer Zeit“ sind bei Streif aber meistens eher Monate. 

2.Mangel:

Unsere Heizung, die hochgelobte Erdwärmepumpe von Alpha Innotec, hat den ersten Winter nicht überstanden, nein nicht mal erlebt. Bereits im November musste die Anlage komplett zerlegt und teilweise erneuert werden. Seitdem das neue Aggregat drin ist, hält sie aber durch und hat uns in den Wintermonaten ein warmes und an den heißen Tagen im Sommer ein kühles Haus bereitet. Das funktioniert soweit zufriedenstellend. Der Stromverbrauch dafür ist allerdings entgegen unseren Erwartungen an ein Energiesparhaus etwas höher als gedacht. Für die Heizung, Kühlung und warmes Wasser hat unser 3 Personenhaushalt in einem Jahr ziemlich genau 5.000KWh verbraucht. Das gilt allein nur für die Erdwärmepumpe, da diese einen eigenen Zähler hat. Wir haben im Winter die Wohnräume auf 23 Grad und die Nebenräume auf 21 Grad eingestellt. Geduscht wird einmal täglich, also auch im durchschnittlichen Rahmen. An den heißen Tagen lassen wir die Jalousien runter und die Kühlfunktion laufen, dass es nicht wärmer als 25 Grad im Haus wird.  Hier hatten wir uns einiges weniger an Energiekosten vorgestellt. Die Mehrkosten für die Tiefenbohrungen von bestimmt 20.000€ gegenüber einer Luftwärmepumpe, stellen wir hierbei in Bezug auf die Amortisierung unter ein großes Fragezeichen. 

Die Intention ein Energiesparhaus zu bauen, wurden bisher nicht erfüllt. Die Aussage unseres Verkäufers, „das Haus heizen sie mit drei Teelichtern“, kann daher auch nicht ansatzweise bestätigt werden. Das Preis-Leistungsverhältnis für das Haus insgesamt stimmt aus diesen Gründen in unseren Augen nicht mehr. Das Haus mit seiner Größe und Raumaufteilung, hätte mindestens 50.000€ weniger gekostet, wenn es jemand anderes gebaut hätte und hätte auch die gleichen oder bessere Energiewerte, wenn wir das mit unseren Nachbarn vergleichen.

3.Mangel:

Momentan ärgern wir uns über die Tatsache, dass sich die Abtropfleisten vom Dachkasten lösen. Das ist nicht nur ärgerlich sondern auch sehr gefährlich. Das sind 2m lange Metallschienen, die zwischen dem Dach und der Regenrinne normalerweise „befestigt“ sind. Bei uns hat allerdings jemand vergessen, diese durch Nägel oder Schrauben zu fixieren. Eine ist bereits runtergefallen, die anderen werden wohl im Herbst mit dem nächsten Sturm runter kommen. Wenn diese aus 5m Höhe auf einen Menschen oder auch auf ein Auto fallen, hinterlassen sie auf jeden Fall einen Schaden. Nachdem es Streif nach drei Monaten und mehrmaliger Aufforderung nicht auf die Reihe bekommen hat, hier einen Kundendienst zu schicken, soll nun ein ansässiger Dachdecker das Problem lösen. 

4.Mangel:

Im Nachhinein für uns positiv war ein Materialfehler in unserer Schiebetür oben zur Ankleide. Dieser wurde bereits bei der Bauabnahme dokumentiert und ein Austausch der Tür sollte veranlasst werden. Nach „nur“ 6 Monaten und einigen Falschlieferungen an Türblättern, sollte der Tag kommen, an dem das Blatt getauscht wird. Aber es kam leider alles ganz anders. Der Kundendienstmann war von einer schweren Grippe befallen und ist beim Hochtragen mit dem schweren Türblatt zusammen die Treppe abgestürzt. Zum Glück ist ihm dabei nichts passiert. Das neue Türblatt und einige unserer Treppenstufen waren allerdings schwer beschädigt. Nach wieder ein paar Monaten sind wir aber über diesen Umstand zu neuen und schönen dunklen Stufen für unsere Treppe gekommen. Da hier Streif bei der Bemusterung einen Mehrpreis von 9.000€ aufrufen wollte, hatten wir damals darauf verzichtet, was uns aber in der Optik unseres monochromen Stils nie gefallen hat.  

 

 

 

Eine weitere Begebenheit, wenn auch kein Mangel, ist die Luftfeuchtigkeit im Haus. Durch die permanente Be-und Entlüftung bleibt diese gering, was natürlich den Vorteil bringt, dass sich keine Staunässe und dadurch kein Schimmel bilden kann. Das funktioniert auch einwandfrei. In der Heizperiode mussten wir allerdings feststellen, dass die Luft staubtrocken war und man nachts raus musste, um was zu trinken. Ein Hygrometer zeigte uns Messungen von 20-30% Luftfeuchte. Das ist für die menschliche Atmung auf Dauer zu trocken. Durch zeitweises Abschalten der Lüftungsanlage, konnten wir wieder normale Werte von 50-70% erreichen. Hier wäre eine automatisierte Regelung eine feine Sache, an der ich mich diesen Winter versuchen werde.