5. Die Bemusterung

Das schöne, aber zugleich auch anstrengende am Fertighausbauen ist, dass man innerhalb von zwei Tagen alle Ausstattungen des neuen Hauses bei einer Bemusterung vornimmt. Bei Streif findet dies in Hückelhoven bei der Firma MoBau an der holländischen Grenze statt. Für die Übernachtung und das Abendessen übernimmt Streif die Kosten. Für junge Eltern können wir nur empfehlen, sich für die zwei Tage eine Nanny zu organisieren. Es wäre eine Strafe für ein Kind und entnervend für alle Beteiligten, sich während dieser Zeit um ein gelangweiltes Kind kümmern zu müssen.

Am ersten Tag haben wir über 4 Stunden für die Elektroplanung benötigt. Hier werden jede Steckdose, jeder Lichtschalter und alle Lampenauslässe geplant. Wir wussten: lieber eine Steckdose mehr als zu wenig einplanen. Denkt auch daran, dass zu allen Hausseiten ein Erdkabel für den Außenbereich vorgesehen wird. Ihr braucht Strom für die Garage, die Außenbeleuchtung, die eventuelle Pooltechnik, die Gartenbewässerung usw.  Irgendwann oder auch gleich braucht man außen Strom. Das gleiche gilt für Wasser. Wir haben zwei Außenwasseranschlüsse einplanen lassen.

Unsere Kinder werden wohl auch nicht mehr Fernsehen wie wir heutzutage, sondern nur noch „on demand“ streamen. Also haben wir  in jedem Zimmer und in jeder Ecke des Hauses und auch draußen zur Terrasse einen Netzwerkanschluss. Drei WLAN-Points sorgen im ganzen Haus und im Außenbereich für perfektes kabelloses Internet. Fernsehanschlüsse sollten auch in allen Zimmern und für alle Stellmöglichkeiten vorbereitet sein. Für unser Smarthome mussten auch noch die Buskabel mit eingeplant werden. Dazu mehr in einem extra Kapitel.

Hier mal unsere Elektroplanung

 

Nach dem Mittagessen und am nächsten Tag wurde es dann etwas emotionaler und meine Frau kam in ihr Element. Jetzt wurden Fliesen, Fensterbretter, Farben für Außenwand und Fenster, Waschbecken, Badewanne, Armaturen, Türen usw. ausgesucht. Man glaubt gar nicht, wie lange man sich über Türklinken unterhalten kann.

Im Standard sind bei Streif bereits alle bekannten Markenhersteller vertreten, aber es war wie immer bei uns. Nirgends standen Preise dran, aber wir haben zielgerichtet die teuersten Produkte mit Aufpreis angesteuert. Nach den zwei Tagen hatten wir unser Haus um 20.000€ aufgewertet. Wir hatten jetzt aber auch eine neue Raumhöhe von 2,70m, einen Eck-Whirlpool, stumpf einschlagene Türen (man sieht keine Scharniere), jede Menge mehr Steckdosen und Lampenauslässe und eine Sanitärausstattung von Villeroy & Boch.

Einen ersten Einblick in die Bemusterung gibt es hier

Unsere Empfehlung im Nachhinein ist allerdings, das Thema Bodenbeläge und Fliesen erst vor Ort mit regionalen Firmen abzustimmen, wenn man die genauen Lichtverhältnisse im Haus abschätzen kann. In der Bemusterung haben wir uns für  hellgraue erscheinende Fliesen im Eingangsbereich entschieden, die jetzt vor Ort fast schwarz wirken. Auch im Sanitärbereich und bei den Türen kann man sicher ein paar Euro sparen, wenn man sich die Artikel selbst im Internet besorgt und von einem Handwerker des Vertrauens vor Ort installieren lässt.

Wichtig war für uns, dass wir wieder mit einem guten Bauchgefühl nach Hause gefahren sind. Die Vorfreude auf ein toll ausgestattetes Haus war riesig!